MamaBibi


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Herkunft: Niedersachsen Anzahl der Kinder: 1 Familienstand: verlobt
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Hier möchte ich euch mal ein bisschen erzählen, was unsere Fellnasen so treiben und wie sie sind.
Man könnte auch sagen (Zitat Ralf Schmitz*) Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal! (Zitat Ende)
Kommen wir zuerst einmal zum allmorgendlichen Weckdienst. Den übernimmt, schon seit sie hier eingezogen ist, Giny. Sie schläft ja bei uns im Schlafzimmer (manchmal direkt im Bett, manchmal untendrunter im Bettkasten) und hat eben ihre festen Fresszeiten. Auch am Wochenende... Aber ich war beim Weckdienst. Nun, Giny hat eine ziemlich ausgefallene Methode uns zu wecken. Zuerst setzt sie sich vor unser Bett und starrt uns nur an. Sie starrt...und starrt...und starrt...dieses Tier kann einen echt hypnotisiere und weichstarren! Wenn das nicht fruchtet, springt sie auf meinen Bauch und tretelt erstmal ein bisschen, spaziert auf mir herum und mauzt leise. Bringt auch nichts? Na gut, nächster Level! Nun moduliert sie verschiedene Sirenentöne.. die Menschen schlafen noch immer? Oder sagen sogar "Giny....es ist 5 Uhr früh und Samstag...Ruhe!"? Nicht mit Giny! Jetzt fängt sie an zu trippeln, will sagen, sie macht Milchtritt auf unbedeckten Körperteilen, stupst mit dem Kopf ins menschliche Gesicht und leckt auch gerne mal eine menschliche Nase ab. Wenn auch DAS nicht hilft, knurrt sie... Spätestens jetzt sollte man allerdings aufstehen, denn sonst wird sie unleidlich. Ein Mal habe ich es gewagt, liegen zu bleiben, nachdem sie mich angeknurrt hatte...ein Mal! Ich bekam nämlich tierisch eine gewischt und ein vorwurfsvolles, lautes "Miaaaaaauuuooo!"
Übrigens kann Giny ihre Tatzenhiebe sehr gezielt einsetzen. Anfangs, wenn sie etwas will, tatzelt sie mit Samtpfoten, dann mit leichten Krallen und schließlich wird richtig gekratzt. Ich durfte das mal beobachten, als sie eine Spielzeugmaus fertigmachte. Zuerst stubste sie das Ding nur an, dann hakelte sie ein bisschen, zog dem Teil ihre Krallen über und schließlich rupfte sie es. Mit echten Mäusen tut sie das nicht und als ich ihr dann etwas zu fressen hinstellte, bedachte sie mich mit einem Stoßseufzer.
Aber auch sonst ist sie eigentlich eine Seele von Katze. Aber sie ist auch recht gesprächig, wobei sie sich meistens aufs Schnurren beschrenkt und nur selten "ausfallend" wird. Dennoch kommt es öfter mal vor, dass sie von draußen reinkommt und wenn man nicht schnell genug an der Tür war, ein kräftiges "MIAU! Miiiiiek, määääääh!" von sich gibt. Nach dem Motto "Wird auch Zeit! Oder soll ich hier draußen Wurzeln schlagen?!"
Die Jungs stehen ihr da übrigens in nichts nach. Man kann mittlerweile sogar am Kratzen an der Tür unterscheiden, wer gerade rein will. Nummer 1 kratzt recht hektisch und kräftig, während Charly die Tür eher sanft streichelt und tatzelt. Giny tippt die Tür erst einmal kurz an, wartet dann ein bisschen ab und springt dann dagegen. Einmal war ich wohl genau in dem Moment an der Tür, als sie Anlauf nahm *lach*, denn sie rauschte ungebremst an mir vorbei und drehte beim bremsen auf dem rutschigen Fußboden erstmal eine Pirouette. Sah zum schießen aus!
Man muss aber sagen, dass die 3 tatsächlich auf ihre Namen hören und auf ausgewählte Lockgeräusche (ich nenne es "Zwitschern")...und auch NUR darauf! Man kann ihnen mit den Fingern vor den Nasen rumwirbeln, ihnen Leckerlis hinhalten, sie mit "altbewährten" Rufen locken...bringt nix. Erst wenn man ihre Namen ruft und dazu "zwitschert" kommen sie angerannt. Das ist praktisch wenn man sie mal suchen muss in der Wohnung, denn egal wann man ruft und "zwitschert"...sie kommen angelaufen, selbst wenn sie gerade auf dem Katzenklo hocken und eigentlich wichtigeres zu tun hätten. Draußen dauert es schon mal ein wenig, bis sie angelaufen kommen, aber sie kommen zumindest! Meistens haben sie aber einen guten Grund, wenn sie zu spät kommen. Giny saß mal gegenüber im Baum fest und Nummer 1 traute sich mal nicht am Nachbarshund vorbei. Charly legte mir letztens eine dicke, fette Ratte vor, als er nicht auf mein Rufen reagierte und ich war sofort versöhnt. Mäuse und Ratten haben hier echt schlechte Karten, denn es vergeht kein Tag, an dem nicht wenigstens 1 tote Maus - pro Katze - hier vor der Haustür liegt.
Drinnen sind sie eher ruhige Vertreter ihrer Art. Meistens schlafen sie nämlich und zwar so, dass des öfteren der Satz fällt "Boah...Nummer 1/Charly hat sich bewegt...Sowas kann der?!". Dennoch sind sie, wenn sie wac sind - wenn schon, denn schon - echte Aktivisten. Nummer 1 z.B. lehnt rigoros sämtliche Tätigkeiten ab, die sich nicht ausschließlich mit ihm befassen und zeigt das auch sehr deutlich. Manche Dinge kann man aber nicht mit Katzenbeteiligung tun! Nummer 1 lehnt diese Tätigkeiten jedoch nicht einfach nur ab....oh nein...der Herr trachtet danach, diese Dinge regelrecht zu unterbinden! So ist es z.B. durchaus schwer - wenn nicht sogar unmöglich - ein Buch oder eine Zeitung zu lesen oder ein Kreuzworträtsel zu lösen, wenn 7 Kilo Katze darauf liegen... Und die erfahreren Hobbyköche/innen unter euch, werden mir sicherlich recht geben, wenn ich behaupte, dass man eine Zwiebel nur dann gefahrlos schön klein häckseln kann, wenn keine Katzentatze dazwischenfunkt und mit dieser Zwiebel Bällchen spielen will! Außerdem gibt es ja auch noch gewisse Tätigkeiten, denen sich ein Paar ab und zu hingeben möchte, bei denen die Anwesenheit - geschweige denn die Mitwirkung - einer Katze absolut unangebracht ist.
Charly ist da zwar ruhiger, aber nicht minder raffiniert. Er macht nämlich die Mitleidsmasche... zuerst läuft er ziellos herum, dann miaut er leise, läuft seinen Menschen um die Beine, bis er schließlich wie ein nasser Sack in sich zusammenfällt und kläglich mauzend liegen bleibt...egal wo! Egal, wie ungünstig er liegt, egal, ob er im Flur, im Bad oder sonstwo liegt, egal, ob man über ihn stolpert, ihm unabsichtlich auf den Schwanz tritt oder was auch immer...er bleibt dort liegen...und miaut kläglich vor sich hin. Dieses Miauen haut den stärksten Eskimo vom Schlitten... Dieser Kater kann einen Menschen dusselig miauen! Beschäftigt man sich dann aber mit ihm, ist die Freude groß. Er springt herum, leckt menschliche Finger ab, jagt seinen eigenen Schwanz, kugelt sich durch die halbe Wohnung...und schnurrt dabei wie ein rostiges Spinnrad!
Giny hingegen tut das, was ein Kleinkind normalerweise tut, wenn etwas nicht nach ihrer Nase geht. Sie dreht uns ihre Kehrseite zu und tut, was eine Katze tun muss. Zicken! Sie lehnt dann Versöhnungsleckerlis ab, lässt sich nicht streicheln, faucht sogar ab und zu... kurz: sie bockt. Aber das geht nur ein paar Minuten, dann ist sie wieder lieb und stubst ihren Kopf wieder irgendwo bei uns an. Genau wie Martin, wenn er bockt...erst wird gebrüllt und gestampft, man kommt nicht an ihn heran...und nach 5 Minuten kommt er wieder schmusen.
Dennoch sind unsere 3 wirklich besondere Tiere. Sie schmusen alle sehr gerne, Martin kann Nummer 1 knuddeln und knautschen wie er will, der Kater hat noch nie wirklich gekratzt, geschweige denn gebissen. Charly tut auch keiner Fliege etwas zuleide, aber seine Tollenranzgrenze ist etwas niedriger als die von Nummer 1. Er geht dann einfach weg, wenn es ihm reicht und verkrümelt sich an einen Platz, wo Martin nicht dran kommt. Giny hat zwar schon mal gekratzt, aber auch noch nie gebissen. Sie begehrt höchstens Auslauf, wenn es ihr dann doch nervig wird.
Ja, so sind unsere Miezen. Stur, eigensinnig, egozentrisch...und wirklich faszinierend. Ich bin froh, mit diesen Tieren zusammenleben zu dürfen!
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P.S.: Sogar ich kann Fußnoten angeben...
* (Zitat aus dem gleichnamigen Buch von Ralf Schmitz "Schmitz' Katze. Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal" erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag GmbH; Auflage 1 vom 9. September 2008, ISBN-10: 3596179785; ISBN-13: 978-3596179787)
__________________ Liebe Grüße von Bibi, Martin und den Miezen
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von MamaBibi: 01.03.2011 22:19.
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