Röhrchen
Elterngeld
Für ab 1.1.2007 geborene Kinder soll ein einkommensabhängiges Elterngeld bezahlt werden. Nach den derzeitigen Plänen erhält der Elternteil, der zu Hause bleibt, im ersten Lebensjahr des Kindes 67 Prozent seines Nettoeinkommens, maximal aber 1800 Euro monatlich.
Geht es nach der Familienministerin Ursula von der Leyen, wird das Elterngeld nur dann zwölf Monate gezahlt, wenn sowohl Vater als auch Mutter eine gewisse Zeit - mindestens zwei Monate - zu Hause bleiben. Nimmt ein Elternteil allein die Leistung in Anspruch, verkürzt sich die Bezugsdauer auf zehn Monate.
Geringverdiener sollen einen Minimalbetrag bekommen, dessen Höhe noch nicht feststeht. Bei geringen Einkommen könnten als Bemessungsgrundlage die Gehälter beider Elternteile zusammen gelten und nicht nur desjenigen, der zu Hause bleibt.
Elterngeld soll Erziehungsgeld ersetzen
Das Elterngeld soll das bisher gezahlte Erziehungsgeld ersetzen. Das Erziehungsgeld betrug maximal 300 Euro im Monat für zwei Jahre oder 450 Euro im Monat für ein Jahr. Gutverdiener hatten auf diese Leistung jedoch keinen Anspruch.
Kindergeld wird weiterhin zusätzlich bezahlt. Es beträgt für das erste bis dritte Kind jeweils 154 Euro und für jedes weitere Kind 179 Euro monatlich.
(Stand: 15.04.2006)
--------------------------------------------------------------
Unterstützung für das Familiengeld
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen kann bei der geplanten Einführung eines Elterngelds auf die Unterstützung von Fachleuten bauen. Der im Kabinett beratene siebte Familienbericht plädiert für eine solche Leistung nach skandinavischem Vorbild als Einkommensersatz. Die Sachverständigen kritisieren, dass beim bisherigen Erziehungsgeld insbesondere die Mütter, die hauptsächlich die Elternzeit in Anspruch nehmen, ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit verlieren.
Andere Länder in der Familienpolitik erfolgreicher
Die Bundesregierung sieht sich dadurch in ihrem Vorhaben bestärkt, die Geldleistungen für Familien zu überprüfen und neu auszurichten. Der bisherigen Familienpolitik stellt die Expertenkommission ein schlechtes Zeugnis aus: Gemessen etwa an Geburtenrate, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Bildungsniveau hätten andere Länder mit ähnlichem finanziellem Aufwand bessere Ergebnisse erzielt.
Nach Ansicht von Bundesfamilienministerin von der Leyen brauchen junge Familien in Deutschland vor allem "Geld, Angebote zur Kinderbetreuung und Zeit". Die Lebensform Familie sei zeitgemäß und lebendig, dies gelte aber nicht für die Angebote der Gesellschaft für Eltern, sagte die Politikerin bei der Vorstellung des Familienberichts.
"Vätermonate" bleiben weiter umstritten
Das von der Koalition geplante Elterngeld bleibt allerdings weiter umstritten. Die CSU sprach sich erneut für eine Verlängerung des auf ein Jahr geplanten Elterngeldes um die beiden "Vätermonate" aus. Mit dieser "12+2-Regelung" werde man in die Verhandlungen des Koalitionsausschusses am 1. Mai gehen, sagte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer.
Die SPD-Familienexpertin Kerstin Griese verteidigte die Pläne, dass Alleinerziehende zwölf Monate lang das Elterngeld erhalten sollen, während es für alle anderen zehn Monate gezahlt wird, "plus zwei Bonusmonate für den Partner oder die Partnerin".
Opposition sieht kein Gesamtkonzept
Kritik an dem Vorhaben kam von der Opposition. Die FDP-Politikerin Ina Lenke prophezeite, das Elterngeld werde scheitern, wenn nicht zugleich die Betreuungsangebote ausgebaut würden. Nötig sei ein schlüssiges Gesamtkonzept.
Der Familienexperte der Linksfraktion, Jörn Wunderlich, sagte, die geringe Geburtenrate sei "Antwort auf eine Familienpolitik ohne soziales Augenmaß". So würden beim geplanten Elterngeld "wieder einmal Einkommensschwache zu Opfern der Reform", da sie gegenüber der bisherigen Regelung 50 Prozent ihrer Ansprüche verlören.
Die Grünen-Familienexpertin Ekin Deligöz kritisierte, die große Koalition mache keine substantiellen Vorschläge zum Ausbau und zur Verbesserung des Kinderbetreuungssystems.
(Stand: 25.04.2006)
------------------------------------------------------
Für ab 1.1.2007 geborene Kinder soll ein einkommensabhängiges Elterngeld bezahlt werden. Nach den derzeitigen Plänen erhält der Elternteil, der zu Hause bleibt, im ersten Lebensjahr des Kindes 67 Prozent seines Nettoeinkommens, maximal aber 1800 Euro monatlich.
Geht es nach der Familienministerin Ursula von der Leyen, wird das Elterngeld nur dann zwölf Monate gezahlt, wenn sowohl Vater als auch Mutter eine gewisse Zeit - mindestens zwei Monate - zu Hause bleiben. Nimmt ein Elternteil allein die Leistung in Anspruch, verkürzt sich die Bezugsdauer auf zehn Monate.
Geringverdiener sollen einen Minimalbetrag bekommen, dessen Höhe noch nicht feststeht. Bei geringen Einkommen könnten als Bemessungsgrundlage die Gehälter beider Elternteile zusammen gelten und nicht nur desjenigen, der zu Hause bleibt.
Elterngeld soll Erziehungsgeld ersetzen
Das Elterngeld soll das bisher gezahlte Erziehungsgeld ersetzen. Das Erziehungsgeld betrug maximal 300 Euro im Monat für zwei Jahre oder 450 Euro im Monat für ein Jahr. Gutverdiener hatten auf diese Leistung jedoch keinen Anspruch.
Kindergeld wird weiterhin zusätzlich bezahlt. Es beträgt für das erste bis dritte Kind jeweils 154 Euro und für jedes weitere Kind 179 Euro monatlich.
(Stand: 15.04.2006)
--------------------------------------------------------------
Unterstützung für das Familiengeld
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen kann bei der geplanten Einführung eines Elterngelds auf die Unterstützung von Fachleuten bauen. Der im Kabinett beratene siebte Familienbericht plädiert für eine solche Leistung nach skandinavischem Vorbild als Einkommensersatz. Die Sachverständigen kritisieren, dass beim bisherigen Erziehungsgeld insbesondere die Mütter, die hauptsächlich die Elternzeit in Anspruch nehmen, ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit verlieren.
Andere Länder in der Familienpolitik erfolgreicher
Die Bundesregierung sieht sich dadurch in ihrem Vorhaben bestärkt, die Geldleistungen für Familien zu überprüfen und neu auszurichten. Der bisherigen Familienpolitik stellt die Expertenkommission ein schlechtes Zeugnis aus: Gemessen etwa an Geburtenrate, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Bildungsniveau hätten andere Länder mit ähnlichem finanziellem Aufwand bessere Ergebnisse erzielt.
Nach Ansicht von Bundesfamilienministerin von der Leyen brauchen junge Familien in Deutschland vor allem "Geld, Angebote zur Kinderbetreuung und Zeit". Die Lebensform Familie sei zeitgemäß und lebendig, dies gelte aber nicht für die Angebote der Gesellschaft für Eltern, sagte die Politikerin bei der Vorstellung des Familienberichts.
"Vätermonate" bleiben weiter umstritten
Das von der Koalition geplante Elterngeld bleibt allerdings weiter umstritten. Die CSU sprach sich erneut für eine Verlängerung des auf ein Jahr geplanten Elterngeldes um die beiden "Vätermonate" aus. Mit dieser "12+2-Regelung" werde man in die Verhandlungen des Koalitionsausschusses am 1. Mai gehen, sagte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer.
Die SPD-Familienexpertin Kerstin Griese verteidigte die Pläne, dass Alleinerziehende zwölf Monate lang das Elterngeld erhalten sollen, während es für alle anderen zehn Monate gezahlt wird, "plus zwei Bonusmonate für den Partner oder die Partnerin".
Opposition sieht kein Gesamtkonzept
Kritik an dem Vorhaben kam von der Opposition. Die FDP-Politikerin Ina Lenke prophezeite, das Elterngeld werde scheitern, wenn nicht zugleich die Betreuungsangebote ausgebaut würden. Nötig sei ein schlüssiges Gesamtkonzept.
Der Familienexperte der Linksfraktion, Jörn Wunderlich, sagte, die geringe Geburtenrate sei "Antwort auf eine Familienpolitik ohne soziales Augenmaß". So würden beim geplanten Elterngeld "wieder einmal Einkommensschwache zu Opfern der Reform", da sie gegenüber der bisherigen Regelung 50 Prozent ihrer Ansprüche verlören.
Die Grünen-Familienexpertin Ekin Deligöz kritisierte, die große Koalition mache keine substantiellen Vorschläge zum Ausbau und zur Verbesserung des Kinderbetreuungssystems.
(Stand: 25.04.2006)
------------------------------------------------------
!!