Wehrpflicht wird zum 1. November ausgesetzt

Mia
So wie es aussieht, hat das Bundesverteidigungsministerium vor zum 1. November die Wehrpflicht auszusetzen. Damit würden das erste Mal in der Geschichte der Bundeswehr keine jungen Männer eingezogen.

Laut übereinstimmenden Medienberichten des Deutschlandfunks und eines Nachrichtenmagazins soll dies ohne Parlamentsbeschluss von statten gehen. Wie die Reform im einzelnen aussehen wird, ist noch unklar.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte: "Bei einer hochprofessionellen, bestens ausgerüsteten und flexiblen Einsatzarmee haben Sie kaum noch Kapazitäten, Rekruten auszubilden." Es sei notwendig, in den nächsten Jahren Milliarden einzusparen.

quelle
Kalli
Ich habe schon immer gesagt, dass es genug Leute gibt, die das freiwillig machen wollen.
Und wenn es "normal" bezahlt werden würde, wäre es ein noch besserer Ansporn.

Ausserdem ist eine Berufsarmee mit Sicherheit besser ausgebildet und motivierter.

Ich bin schon immer für eine Berufsarmee gewesen.

Was anderes kommt in Zeiten von Auslandseinsätzen eh nicht in Frage.
Das machen keine Wehrpflichtigen.

Das wäre es ja wohl auch.....
deirdre
Und auch hier ... erstmal abwarten.

So wie es aussieht hat Herr zu Guttenberg auch extrem viel Kritik diesbezüglich einzustecken.
Und soweit ich das mitbekommen habe steht er kurz davor zurückzutreten, weil er eben nicht sparen darf, wie er es gerne hätte.
negteit
Wenn keine Wehrpflichtigen mehr eingezogen werden, dann gibt es auch weniger Zivildienstleistende, oder? Wer nicht zum Bund muss, der muss auch nicht verweigern .....

Das gibt in einigen Monaten einen Engpass in der Pflege - wenn das wirklich so läuft.
Kalli
Zitat:
Original von negteit
Wenn keine Wehrpflichtigen mehr eingezogen werden, dann gibt es auch weniger Zivildienstleistende, oder? Wer nicht zum Bund muss, der muss auch nicht verweigern .....

Das gibt in einigen Monaten einen Engpass in der Pflege - wenn das wirklich so läuft.


Ach... den gibt es doch schon, wenn die die Wehrzeit auf 6 Monate reduzieren. In so einer kurzen Zeit bekommst Du doch keinen Zivi angelernt, dass er irgendwo helfen kann.
Und "gute Soldaten" bekommst Du dann auch nicht. Wie lange dauert dann die Grundausbildung? 6 Wochen?

Den Zivis wollen die dann ja anbieten, freiwillg noch länger zu dienen.
Aber wer macht das schon?
Die Arbeitslosen Männer werden keinen bock haben (behaupte ich einfach mal so), und die berufstätigen würden ihren Job verlieren.

es wäre ja ein Anreiz dafür, in einen Pflegeberuf einzusteigen.
Erstens wird Pflegepersonal momentan eher ab- als aufgebaut und dann bekommt ein Mann mit dem Gehalt selten seine Familie satt. Denn vernünftig bezahlt wird man in diesem Knochenjob auch nicht.

Wenn man mal so überlegt, dass der Heimplatz für meinen armen Vater über 3000 Euro gekostet hat, und er selber 1400 Euro dazu bezahlen musste, dann kann man ja sehen, was unserer Generation so blüht.

Ich denke mal, dass ich tatsächlich erst mit 67 in Rente gehen werde. Dann bekomme ich vielleicht 1200 Euro von denen meine Ex-Frau dann noch 200 Euro abbekommt.
Mal abgesehen davon, dass heute noch keiner wissen kann, was das in 30 Jahren wert ist, ist eines aber heute schon sicher: ein Heimplatz ist für mich nicht drin.
Und ich bin ja kein Einzelfall.
auch die ganzen jungen Leute, die jetzt x Jahre "harzen", weil sie keinen bock haben, sehen irgendwo nicht, dass sich das alles nachhaltig auf deren Rente niederschlagen wird.

Aber wenigstens wissen die dann schon, wie und wo sie ihre Gelder beantragen müssen.

also stellt sich doch die Frage, wie lange Zivis überhaupt noch gebraucht werden.
negteit
Zitat:
Original von Kalli
Wenn man mal so überlegt, dass der Heimplatz für meinen armen Vater über 3000 Euro gekostet hat, und er selber 1400 Euro dazu bezahlen musste, dann kann man ja sehen, was unserer Generation so blüht.


Man hört ja immer wieder, man solle privat Vorsorgen. Ich denke, diejenigen, die sich das leisten können, werden das tun. Aber in anbetracht der tatsache, das die Löhne stetig sinken und Lebenserhaltungskosten stetig steigen, werden eher wenige überhaupt Vorsorgen können.

Und wenn ich dann Sachen aus der Politik höre wie "Wir brauchen eine Ausweitung des Niedriglohnsektors" kommt mir das Kotzen.

Schaun wir mal zu meinem Steckenpferd - die Zeitarbeit. Die zahlen so gut wie keine Steuern. Und in die Sozialkassen fließt natürlich entsprechend dem niedrigen Lohn nur wenig Geld. Und die können keine private Altersvorsorge aufbauen.

Und wenn ich das richtig im Kopf habe, dann wird die private Vorsorge inzwischen auf die gesetzliche Rente angerechnet. Aber da bin ich nicht sicher wie das läuft und in welcher Höhe sich das bewegt.

Ich denke, wir stehen erst am Anfang der wirklichen Probleme. Die Dumpinglöhne wirken sich zwar schon heute aus, aber wirklich los geht es erst in zehn oder zwanzig Jahren.

Eines der größten Probleme in diesem verzwickten Regelwerk ist meiner Meinung nach die geringe Geburtenrate. Und deshalb ist es m.E. das verkehrteste gewesen, das am Elterngeld gespart wird. Das hätte man eigentlich ausbauen sollen, so wie die Schröder das gewollt hatte. Das wäre ein gutes Signal gewesen, das trotz Sparen das wichtigste weiterhin unterstützt wird.
deirdre
Ich bin immernoch am überlegen, ob wir mit 4 Kindern dumm, mutig oder was auch immer sind.

Viel haben wir nicht.
Sehr viel mehr als ALG2 ist es jedenfalls nicht, aber wir kommen zurecht. Noch?!?!

Hergeben tue ich keines ... und ich weiss ohne auch nur eines unserer Kinder wäre ich absolut unglücklich.
Kalli
Zitat:
Original von negteit

Man hört ja immer wieder, man solle privat Vorsorgen. Ich denke, diejenigen, die sich das leisten können, werden das tun.


Nimm mich mal als Beispiel:
Der Unterhalt, den ich zu leisten habe, wird nach meinem Netto berechnet.
Davon geht übern Daumen ein Drittel allein für die Kinder weg. Von dem was bleibt, hat meine Frau Anspruch auf beinahe die Hälfte (3/7tel).
Theoretisch, denn zum Glück gibt es den Selbsterhalt. Ohne den müsste ich unter einer Brücke schlafen, meine Klamotten in der Delme waschen und mich als Ente verkleiden, damit mir die Omas mit ihren kleinen Enkeln (Oder die verlassenen Väter, die gerade "Kiddy-WE" haben) ein paar Stücke Brot zuwerfen..
Will ich jetzt "riestern", wird der Beitrag aber vom Brutto berechnet. Jetzt erzähle mir mal, wie ich da noch vorsorgen soll.

Mal abgesehen davon, warum ich das überhaupt tun sollte. Denn Wie Du richtig bemerkst, wird Deine Zusatzrente auf die gesetzliche angerechnet. Noch dazu kommt, dass Du am Ende auf diesen Betrag sogar noch Einkommensteuer blechen darfst.
Da stehe ich ja doppelt skeptisch gegenüber. Denn ich habe jetzt schon Monate, in denen ich brutto 20 Euro mehr habe und dadurch netto 10 Euro weniger...

Zitat:

Und wenn ich dann Sachen aus der Politik höre wie "Wir brauchen eine Ausweitung des Niedriglohnsektors" kommt mir das Kotzen.


mir übrigens auch. Hauptsache, die Arbeitslosenzahlen sind geschönt?
Damit es heissen kann, der Bundesarbeitsminister macht seine Sache gut?
Ich kotze mit!

Ansonsten habe ich schon vor Jahren mal gelesen, dass diese Rentengeschichte (wenige Beitragszahler müssen viele Rentner ernähren) nur ein vorübergehendes Phänomen sei. Denn langsam stirbt die alte Generation und die Pillenknickgeneration wird alt. Dann soll diese Pyramide wieder stimmen.
Ob das jetzt tatsächlich so vorläuft, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

Dein Steckenpferd ist die Zeitarbeit, meines die Religion.
Deshalb sage ich jetzt noch, dass wir uns in 20 Jahren andere Sorgen machen werden, als die Rente.
Denn in einem Clan-System (das wir in einem Kalifat mit Sicherheit bekommen werden) regelt sich das von selbst.

Pflegeheime und dergleichen sind überflüssig, wenn wir alle fünfmal am Tag den Arsch höher heben, als das Gehirn.

Und so wird es kommen, da geht gar kein Weg dran vorbei.
Vielleicht nicht schon in 20 Jahren, aber über kurz oder lang....